Ob Vereinsversammlung, Familienfeier oder ein gemütlicher Abend mit Freunden – der Schwarze Bär war für viele Generationen ein fester Bestandteil des Lebens in unserer Stadt.
In einer Zeit, in der es weder Fernsehen, Radio noch Internet gab, waren Gasthäuser weit mehr als nur Orte zum Essen und Trinken. Hier traf man Nachbarn, sprach über die Ernte, tauschte Neuigkeiten aus, diskutierte die Ereignisse der vergangenen Tage oder erfuhr, was sich in Eldagsen und der Umgebung zugetragen hatte. Reisende brachten Nachrichten aus anderen Städten mit, Vereine hielten ihre Versammlungen ab und man lernte Menschen kennen, die man sonst vielleicht nie getroffen hätte.
Wer damals den Schwarzen Bären betrat, dem stieg häufig schon an der Tür der Duft von Zigarren, Pfeifen und Zigaretten in die Nase. In der Gaststube hing oft eine so dichte Rauchwolke, dass man scherzhaft sagte, den besten Freund erkenne man erst, wenn er direkt neben einem stand. Das gehörte damals einfach zu einem Wirtshausabend dazu.
Der Schwarze Bär war weit mehr als nur eine Gastwirtschaft. Er war Treffpunkt, Nachrichtenbörse und sozialer Mittelpunkt zugleich – eben das „Wohnzimmer“ vieler Eldagser.
Bereits im 19. Jahrhundert gehörte der Schwarze Bär zu den bekannten Gasthäusern Eldagsens. Am 7. Dezember 1879 erhielt der Schuhmacher Friedrich Olpe die Konzession zum Betrieb einer Gast- und Schankwirtschaft. Über mehrere Generationen führten die Olpes das traditionsreiche Gasthaus und machten es zu einem festen Bestandteil des Eldagser Lebens.
Besonders in Erinnerung geblieben ist vielen Luise Olpe, die den Schwarzen Bären in schwierigen Zeiten mit großem persönlichem Einsatz führte. Als ihr Ehemann Wilhelm Olpe zu Beginn des Zweiten Weltkriegs zum Kriegsdienst eingezogen wurde, stand sie mit dem kleinen Sohn Friedhelm plötzlich allein vor der Aufgabe, Familie, Gastwirtschaft und Alltag zu bewältigen – eine enorme Herausforderung, die sie mit bemerkenswerter Kraft meisterte.
Mit der Übernahme des Hotels Berggarten durch die Familie Olpe im Jahr 1969 begann für den Schwarzen Bären die letzte Etappe seiner Geschichte. Wenige Jahre später wurde das traditionsreiche Gebäude im Zuge der Umgestaltung der Langen Straße abgerissen. Mit ihm verschwand nicht nur ein markantes Haus aus dem Ortsbild, sondern auch ein Ort voller Erinnerungen.
Wer erinnert sich noch an den Schwarzen Bären?
Vielleicht habt ihr dort eine Familienfeier erlebt, wart Gast bei einer Vereinsversammlung oder besitzt sogar noch alte Fotos. Wir freuen uns über eure Erinnerungen und Bilder, damit auch diese Geschichte für kommende Generationen erhalten bleibt.
Quellen:
Gehlenbach-Blatt Nr. 10: „Luise Olpe, Wirtin des Gasthauses ›Schwarzer Bär‹“.
Die verschwundenen Häuser Eldagsens.
NDZ-Archiv.
Foto: Archiv des Bürgervereins Stadt Eldagsen (Urheber unbekannt ca. 1929).
Sollte jemand Informationen zum Urheber dieses historischen Fotos besitzen oder Rechte daran geltend machen können, bitten wir um eine Nachricht. Wir werden die Angaben selbstverständlich prüfen und gegebenenfalls ergänzen.
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