Musik, gesellige Nachmittage, Vereinsfeste und eine Partie auf der Kegelbahn – das Tivoli am südlichen Stadtrand gehörte einst zu den beliebten Treffpunkten der Eldagser. Heute erinnert nur noch wenig an den früheren Vergnügungsgarten, doch das damalige Hauptgebäude ist in veränderter Form bis heute erhalten geblieben.
🌳 Ein beliebter Treffpunkt
Bereits 1882 wurde der Tivoli-Garten in der Zeitung als Veranstaltungsort erwähnt. In den folgenden Jahrzehnten fanden hier Konzerte, Turnfeste, Geflügelausstellungen und Vereinsversammlungen statt. Besonders an schönen Sonntagen trafen sich die Eldagser zum Nachmittagskaffee oder zum Kegeln.
Wie das Tivoli damals aussah, zeigen zwei bemerkenswerte historische Bilder. Auf einer farbigen Ansichtskarte von 1897 ist das Gebäude mit seinem Eingang, den hohen Rundbogenfenstern und dem von Bäumen umgebenen Vorplatz dargestellt.
Noch eindrucksvoller ist eine alte Schwarz-Weiß-Fotografie. Sie zeigt einen eingeschossigen Bau mit Walmdach, hohen Rundbogenfenstern und einem markanten Schornstein. Vor dem Gebäude haben sich mehrere Personen versammelt, darunter drei Reiter auf ihren Pferden. Das genaue Aufnahmedatum ist leider nicht bekannt.
Auch auf einer historischen Landkarte von 1898 findet sich südlich der damaligen Stadtbebauung ausdrücklich die Bezeichnung „Tivoli“.
⚽ Ein neues Kapitel beginnt
1929 entstand am Tivoli ein neuer Sportplatz, dessen Ausstattung mit Fußballfeld, Laufbahnen und Sprunganlagen 1930 in der Zeitung beschrieben wurde. Damit entwickelte sich das Gelände zunehmend zu einem Mittelpunkt des Eldagser Sports.
Doch das Gebäude erlebte auch dunkle Zeiten. Ab 1941 waren dort nach der Besetzung Jugoslawiens serbische Kriegsgefangene untergebracht, die als Arbeitskommando für öffentliche Arbeiten im Wege-, Gräben- und Straßenbau eingesetzt wurden. Darüber berichtet das Gehlenbachblatt, Band 2, Seite 8.
In der Nachkriegszeit befanden sich am Tivoli Notunterkünfte. Die schwierigen Wohnverhältnisse und die geplante Räumung beschäftigten die Stadtverwaltung noch bis in die frühen 1960er-Jahre.
🏡 Vom Tivoli zum Jugendheim
Am 10. September 1961 wurde das ehemalige Tivoli nach einem Umbau als städtisches Jugendheim eingeweiht. Rund 16.000 DM hatte die Stadt in die neue Einrichtung investiert. Wo einst gefeiert und gekegelt worden war, sollten nun junge Menschen einen Treffpunkt für Sport und Freizeit finden.
Die ehemalige Kegelbahn bestand damals noch. Im Februar 1962 berichtete die Neue Deister-Zeitung, dass der Fußballclub einen Unterstellraum in ihrem Gebäude erhalten hatte.
🏡 Und heute?
Das alte Tivoli ist keineswegs vollständig verschwunden. Sein Hauptgebäude hat die Jahrzehnte überdauert und dient heute, wenn auch baulich verändert, als Fußballerheim am alten Sportplatz.
Damit erzählt dieses Gebäude ein bemerkenswertes Stück Eldagser Geschichte – von den geselligen Veranstaltungen des 19. Jahrhunderts über die schweren Kriegs- und Nachkriegsjahre bis zum heutigen Vereinsleben.
📸 Wer erinnert sich noch an das Tivoli oder das frühere Jugendheim? Vielleicht gibt es auch noch alte Fotografien, Geschichten oder Erinnerungen an die ehemalige Kegelbahn. Wir freuen uns über jeden Hinweis!
📚 Quellen: Historische Ausgaben der Neuen Deister-Zeitung (1882–1962), Gehlenbachblatt Band 2, Seite 8, Eldagser Chronik sowie historische Karte von 1898.
📷 Hinweis zu Bildrechten: Sollte jemand Informationen zum Urheber der verwendeten historischen Fotos besitzen oder Rechte daran geltend machen können, bitten wir um eine Nachricht. Wir werden die Angaben selbstverständlich prüfen und gegebenenfalls ergänzen.
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