Diese Zeitungsanzeige stammt aus dem Jahr 1949. Sie wirkt auf den ersten Blick unscheinbar – doch sie erzählt von einer Zeit, in der die Menschen in Eldagsen in Angst lebten.
Immer wieder brannten Scheunen und Schuppen. Fast jedes Wochenende musste die Feuerwehr ausrücken. Niemand wusste, wo der Brandstifter als Nächstes zuschlagen würde.
Besonders in Erinnerung blieb der 13. Januar 1949. Ein Zeitzeuge berichtet, wie er als Kind bereits im Bett lag, als plötzlich Rufe durch die Nacht hallten:
„Feuer! Feuer!“
Die Nachbarscheune stand in Flammen. Familien mussten ihre Häuser verlassen, Kinder wurden bei Nachbarn in Sicherheit gebracht und Feuerwehren aus der gesamten Umgebung kämpften stundenlang gegen das Feuer. Am nächsten Morgen waren von der Scheune nur noch die Grundmauern übrig.
Die Kriminalpolizei ermittelte mit Hochdruck. Die hier abgebildete Anzeige setzte eine Belohnung von 3.000 DM für Hinweise auf den Täter aus – eine enorme Summe für die damalige Zeit.
Erst später wurde der Brandstifter auf frischer Tat gefasst. Zur Überraschung aller handelte es sich um ein Mitglied der eigenen Feuerwehr. Er wollte sich bei den Löscheinsätzen profilieren und war häufig als Erster an der Einsatzstelle. Dafür wurde er später zu mehreren Jahren Haft verurteilt.
Heute ist diese Anzeige ein beeindruckendes Zeitzeugnis und erinnert daran, dass auch unsere Heimatgeschichte spannende, bewegende und manchmal erschütternde Kapitel geschrieben hat.
Haben Ihre Eltern oder Großeltern von diesen Bränden erzählt?
Vielleicht gibt es in Ihrer Familie noch Erinnerungen an diese Ereignisse. Wir freuen uns über Ihre Geschichten.
Quelle: Gehlenbachblätter, Heft 4, „Feueralarm“.
Bild: Original-Zeitungsanzeige aus dem Jahr 1949 – zur Verfügung gestellt aus dem Archiv des Bürgervereins Stadt Eldagsen und Umgebung e.V.

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